Juni 2026, Freiburg (Schweiz)

»Nelly, wie hast du Jahrzehnte später deine Einsamkeit erklären können?«

(Lesedauer: ca. 20 Minuten)
(Autor: Alexander Rodshtein)

 

Im Dezember erreichte mich eine Mail, die folgendermassen begann und die mich in eine Geschichte entführen sollte, bei der Freud und Leid direkt beisammenlagen:

»Hallo, ich werde nächstes Jahr – Ende Mai – 79 bzw. da ich mit 70 entschieden habe, dass ich ab 70 jeden Tag einen Tag jünger werde – et voilà, wenn man das klar entscheidet, klappt es offensichtlich 😉 – werde ich Ende Mai 61.«

So fuhr ich nach Freiburg, wo die Absenderin in der Altstadt mit Ausblick auf die Saane wohnt, und es war dieser erste Besuch, der über die kommenden Monate zu weiteren Treffen führte; so auch an einem sonnigen Frühlingstag, an dem sie mir das Grab im Dorf ihrer Kindheit zeigte.

Ich erfuhr, dass sie bereits als junges Mädchen Wochen und Monate erlebte, in denen sie sich hoffnungslos fühlte. Ihre Gedanken geheim, in der Schule aufgeweckt und fröhlich, gleichzeitig ein Sehnen nach Liebe und Bestätigung; diese schliesslich finden und später verlieren. Nicht immer, aber immer wieder während drei Jahrzehnten sah sie keinen Ausweg oder nur den einen endgültigen; teilweise auch im Studium, als sie um die dreissig war.
Dabei erinnert sie sich, wie ein Freund anrief und fragte, wie es ihr gehe. Sie sagte ihm, es gehe ihr gut, wenn sie ihn höre.
Sie spielte keinem was vor, auch nicht sich selbst und ebenso wenig, wenn ihr Uni-Professor meinte: »Wie schön … die Nelly, die strahlt immer so.«
In diesen Momenten freute sie sich tatsächlich, aber wenn sie wieder alleine war, kam zurück, wofür sie lange keine Erklärung hatte. Sie glaubte, dieses Gefühl würde für immer bleiben. Glücklicherweise hatte sie sich geirrt.

1952 war das Jahr, in dem vieles von dem, was sie später beschäftigte, seinen Ursprung hatte. In ihrem Schlafzimmer befindet sich noch heute die kleine, Harfe spielende Engelsfigur von damals. Sie gehört zu einem Erlebnis, das sie dreissig Jahre später im Zuge ihrer Tätigkeit als Religionslehrerin auf Papier brachte. Sie hatte den Kindern gesagt, dass sie ein Weihnachtsbuch gestalten würden und alle einen Text oder eine Zeichnung beisteuern dürfen. An einem schönen Örtchen am See überlegte Nelly, was sie selbst denn gerne schreiben würde, und plötzlich kam ihr der Einfall: Eine grosse Überraschung an einem traurigen Weihnachtsabend.
Zuhause gingen ihr die Sätze erstaunlich leicht von der Hand. Es waren die Worte ihres fünfjährigen Ichs.

 

Kapitel 1 – Weihnachtsgeschichte (geschrieben 1982)


Es war im Jahr 1952. Ich war damals gut fünf Jahre alt. Als die Adventszeit anfing, begann ich mich – wie all die Jahre zuvor – auf Weihnachten zu freuen. Ich lernte mit meinen älteren Geschwistern zusammen Liedlein und Gedichtlein, ich schaute die Spielzeugkataloge an und malte mir aus, welche Geschenke mir das Christkind dieses Jahr wohl bringen würde, und ich fragte sicher fast jeden Tag, wievielmal ich denn noch schlafen müsse, bis das Christkind komme.

Dies war so bis ich eines Tages, als ich meine Mutter beim Einkaufen begleitete, hörte, wie sie einer Nachbarin auf die Frage wie es ihr gehe, antwortete: »Ja es geht. Es muss ja. Das Schlimmste ist, dass jetzt Weihnachten bevorsteht. Wenn es nur schon vorbei wäre.« Und ich sah, wie die Nachbarin ihr verständnisvoll zunickte. Und ich verstand gar nichts mehr. Weshalb wollte denn meine Mutter, dass Weihnachten schon vorbei wäre? Und warum sagte sie, das Schlimmste sei, dass jetzt Weihnachten vor der Tür stehe? Weihnachten war doch nichts Schlimmes. Es war doch etwas Wunderschönes, das allerschönste Fest des ganzen Jahres. Warum nur sagte die Mutter so etwas? Und ich suchte auf dem Heimweg krampfhaft nach einer Antwort. Aber ich fand keine.

Und so fragte ich sie denn, bevor wir ins Haus eintraten, fast schüchtern, warum sie denn möchte, dass Weihnachten schon vorbei wäre. Da antwortete sie: »Ach, weil mir dieses Jahr einfach nicht ums Feiern ist, weil ich mich einfach nicht drauf freuen kann.« Ich verstand immer noch nichts, aber ich traute mich nicht mehr weiterzufragen. Warum war es denn der Mutter nicht ums Feiern? Und weshalb konnte sie sich denn nicht auf Weihnachten freuen? Vielleicht weil wir Kinder oft miteinander stritten oder nicht schnell gehorchten? Vielleicht weil sie viel Arbeit hatte und wir ihr viel Sorgen machten? Oder hing es vielleicht mit dem Vater zusammen? Weil er seit einiger Zeit gar nie mehr heimkam, weil sie ihn auf dem Friedhof in die Erde hinabgelassen hatten, und weil er jetzt dort unten lag, aber zugleich noch im Himmel wohnte. Wir hatten ihm ja auch Tannenzweige und einen Adventskranz dorthin gebracht. Vielleicht würde das Christkind ihm auch noch einen Christbaum dorthin bringen.

Ich lernte in den folgenden Tagen noch weiter an meinen Sprüchlein und Liedlein, und ich machte auch noch jeden Tag ein Türlein auf am Adventskalender, aber ich fragte die Mutter nie mehr, wievielmal ich jetzt noch schlafen müsse. Dafür horchte ich immer ganz aufmerksam hin, wenn die älteren Geschwister mit der Mutter etwas über Weihnachten redeten. Vielleicht würde sie ihnen einmal sagen, warum sie sich nicht mehr auf Weihnachten freuen konnte. Dann würde ich es auch erfahren. Aber sie sagte nie etwas, und es kam mir so vor, als ob die älteren Geschwister den Grund dafür bereits wüssten, als ob dies für sie keine Frage wäre.

Der heilige Abend rückte näher und näher. Im Keller hatten meine Schwester und ich durchs Schlüsselloch bereits einen Christbaum entdeckt. Das Christkind würde also kommen, obwohl Mutter letzthin gesagt hatte, sie sei gar nicht sicher, ob es dieses Jahr bei uns überhaupt Weihnachten gebe. Wir freuten uns und berieten, was wir wohl erhalten würden.

Am 24. Dezember war es wie jedes Jahr. Meine älteren Geschwister mussten der Mutter beim Putzen und Einkaufen helfen, und wir Jüngeren mussten nach dem Mittagessen ins Bett, wo wir natürlich nie schlafen konnten, weil wir viel zu aufgeregt waren. Wir fragten uns, wie denn das Christkind wohl aussehe, ob es eher schwarze oder blonde Haare habe, und wie es ihm wohl gelinge, so viele Christbäume und Geschenke herbeizuschaffen. Und wir begannen uns sogar zu fragen, ob wirklich alles so sein könne wie es die Grossen erzählten. Ein Mädchen, das mit meiner Schwester in den Kindergarten ging, hatte ihr nämlich erzählt, dass das mit dem Christkind gar nicht wahr sei, dass nur der Vater und die Mutter all die Geschenke und den Christbaum vorbereiten würden. Ob dies wohl wahr sein könnte?

Wir wussten nicht so recht, was wir davon halten sollten. Vielleicht war es ein bisschen wahr? Vielleicht halfen die Eltern beim Einpacken oder bei anderen Arbeiten. Wie könnte es sonst auch mit all den Geschenken und Christbäumen fürs ganze Dorf zurechtkommen? Nebst dem Besprechen dieser wichtigen Frage sagten wir uns gegenseitig auch immer wieder die Weihnachtssprüchlein auf. Ich war stolz, dass ich – obwohl ich jünger war als meine Schwester – ebenso viele Sprüchlein auswendig wusste wie sie.

Endlich endlich war es so weit, dass uns eine ältere Schwester aus unserem abgeschlossenen Zimmer herausliess. Wir mussten die Mäntel anziehen, weil sie mit uns zum Vater auf den Friedhof gehen wollte. Es war schon fast ganz dunkel draussen, und bei einem Haus sahen wir sogar schon die Christbaumkerzen leuchten. Oh wie schön! Bald würde es bei uns sicher auch kommen.

Als wir zu Vaters Grab kamen, stand dort bereits ein kleiner Christbaum aber nur mit Kerzen dran, ohne Kugeln und Glöcklein und auch ohne Krippe. Wir zündeten die Kerzen an und – wenn ich mich recht erinnere – sagten wir dem Vater auch unsere Gedichtlein auf und sangen unsere Lieder vor. Dann gingen wir heim voll froher Erwartung, dass das Christkind unterdessen vielleicht gekommen sei. Und richtig! Als wir die Treppe raufkamen, hörten wir schon das Klingeln der Glöcklein. Schnell zogen wir unsere Mäntel aus und sprangen in die Stube. Und es war so schön wie jedes Jahr: ein wunderschöner Christbaum stand da, darunter die Krippe, rechts ein ganz grosser Früchtekorb und auf dem Tisch viele Geschenke.

Wir – die Kleinen – standen ganz nah beim Christbaum, und hinter uns, am Tisch, sassen die Mutter und die Grösseren. Und wir sangen »Ihr Kinderlein kommet«, und dann sagte ich mein erstes Sprüchlein auf. Aber plötzlich konnte ich nicht mehr weiter aufsagen, nicht etwa weil ich nicht mehr weiterwusste, sondern weil von den Hinteren plötzlich jemand laut zu schluchzen anfing. Ich schaute zurück. Es war die Mutter, und die Grossen neben ihr hatten auch Tränen. Und ich wusste nicht mehr, was ich jetzt tun sollte, und da sagte jemand von den Grossen: »Sag nur schön weiter auf, du kannst es ja so gut.« Und ich sagte weiter auf, und dann sangen wir auch noch andere Lieder und meine Schwestern sagten auch noch Gedichte auf, aber es war alles gar nicht schön. Es war alles ganz anders als die Jahre zuvor, und ich freute mich überhaupt nicht mehr aufs Geschenke auspacken. Und ich war jetzt fast ganz sicher, dass es wegen dem Vater war, dass sich meine Mutter nicht mehr freuen konnte, dass es ihr nicht ums Feiern war, weil er nicht mehr bei uns war, weil ihn der liebe Gott in den Himmel hinauf geholt hatte, oder weil er dort auf dem Friedhof in der Erde lag. Ich wusste nie so recht, an welchem Ort er jetzt eigentlich wirklich war, ob an beiden Orten zugleich, oder vielleicht manchmal in der Erde und zwischenhinein wieder ein bisschen im Himmel. Jedenfalls hätte ihn der liebe Gott viel besser nicht geholt und bei uns gelassen, dann würde jetzt Mama nicht so weinen.

Als wir mit Singen fertig waren, packten wir dann die Geschenke aus. Plötzlich klopfte es an die Stubentüre. Es war der Herr Kaplan. Oh war das eine Überraschung! Ich hatte ihn sehr gern. Ich durfte jeweils mit den älteren Schwestern zu ihm in die Christenlehre, und er erzählte dann immer ganz schöne Geschichten, und ich durfte immer in der vordersten Bank sitzen ganz nahe bei ihm, und manchmal hielt er mir sogar die Hand oder streichelte mir über die Haare, und wir durften ihn auch immer heimbegleiten, und auf dem Weg hatten wir es jeweils sehr lustig. Jetzt kam also der Herr Kaplan zu uns, dabei hatte ich gemeint, er habe immer so viel Arbeit, dass er gar nicht zu den Leuten auf Besuch gehen könne.

Er strahlte uns an und sagte: »Ich bringe euch ein Weihnachtsgeschenklein.« Und wir durften es auspacken. Es war für jedes von uns Kindern ein kleines Engelein drin, und jedes spielte ein anderes Instrument: meines spielte Harfe und die anderen Flöte und Geige oder Gitarre. Und ich glaube fast, ich sagte für ihn nochmals alle meine Sprüchlein auf, und ich meine auch, seine strahlenden Augen heute noch vor mir zu sehen. Und auf einmal war es wieder schön bei uns. Und von da an standen die kleinen Engelein an jeder Weihnacht in der Krippe, ganz nah beim Jesuskind und spielten ihm auf ihren Instrumenten sicher die allerschönsten Lieder vor. Und wir betrachteten sie immer voll tiefer Freude, nahmen sie oft heraus, um sie von ganz nah zu sehen, und irgend jemand sagte dann meistens: »Ja, das war eine schöne Überraschung an jener Weihnacht, als plötzlich der Herr Kaplan auftauchte.«

 

Kapitel 2 – Sternenhimmel


»In den wenigen Jahren, die wir hatten«, erzählte Nelly mir, »ist eine meiner schönsten Erinnerungen an meinen Vater, wie ich mit der Familie auf dem Boot mitfahre und er nahe an einen Teppich von Seerosen lenkt. Er hält mich an der Hüfte, damit ich über den Rand lehnen und die Blüten von ganz nah betrachten kann.
Unserer Familie gehörte ein Steinbruch an der anderen Seite des Zürichsees und in den Schulferien fuhren wir Kinder oft mit dem Boot mit, sammelten Beeren und badeten, während hinter uns die Sandsteine abgetragen wurden.

Als mein Vater im Steinbruch durch einen Unfall verstarb, war natürlich nichts mehr wie vorher. Auch wenn der Grund ein trauriger war, denke ich gerne daran zurück, wie mein ältester Bruder daheim in der Garage Vaters Grabstein meisselte, während ich auf dem aufgebockten Stein sass, interessiert zuschaute und wohl auch fröhlich drauflosplauderte. Vermutlich hatte ich gespürt, dass mein Bruder es schätzte, dass ich ihm bei dieser Arbeit Gesellschaft leistete.

Ein Jahr nach dem Unglück sagte eine Frau zu Mama, sie solle uns Kindern doch wieder farbige Kleider anziehen, denn wir hatten seither nur Schwarz getragen. Ab dann gab es immerhin Schwarz mit ein paar farbigen Streifen. Aber das Lachen blieb in unserem Haus weiterhin ausgestorben, so als wäre es ein ungeschriebenes Gesetz. Ich wollte Mama helfen, hätte sie in ihrer unsäglichen Trauer gerne getröstet, aber sie verstand mich nicht und wies mich ab. Ich versuchte, ihr wenigstens keine Probleme zu machen und artig zu sein. Als ich mit acht Tante wurde, brachte die kleine Marianne ein wenig Heiterkeit in unser Leben, indem sie regelmässig bei uns in den Ferien war und Freude in das Gesicht von Mama zu zaubern vermochte.

Während der nächsten Jahre fühlte ich mich zunehmend einsam. Der Herr Kaplan war inzwischen versetzt worden. Weitere Geschwister zogen aus, und die eine Schwester, die drei Jahre älter war, machte ein Au-pair-Jahr im Welschland. Meine ein Jahr ältere Schwester besuchte sonntags Fussballspiele, was keinerlei Interesse in mir auslöste. Ich zog mich in mein Zimmer zurück, überlegte, ob und wie ich mich umbringen könnte, aber dachte gleichzeitig, dass ich Mama das nicht antun konnte. Jeden Tag spürte ich, wie schwer sie es hatte.

Mamas Frage, warum Gott einen so schweren Schicksalsschlag zulassen konnte, wurde dann auch zu meiner Frage. Viele Jahre später, als ich nach Mamas Tod ihr Notizbuch entdeckte, fand ich eine Zeile, die sie damals wohl oft in ihre Gebete einbezogen hatte: ›Dein Wille, Herr, geschehe, auch wenn ich es nicht verstehe.‹
Als Kind war ich unsicher, ob Gott denn auch wirklich gut sei. So glaubte ich zwischenzeitlich, dass er schuld daran war, dass mein Vater nicht mehr lebte, dass wer ›Liebgott‹ sagte, nicht die Wahrheit über Gott kannte. Ein Grossteil meiner Einsamkeit entsprang daraus, dass ich mich unverstanden und ungeliebt fühlte und mich mit diesem Gefühl niemandem anvertraute.

Ab der Oberstufe halfen mir meine beiden Klassenlehrer, die jeweils vor dem Schulstart am Morgen Gebete sprachen, die mich berührten, auch wenn ich mit dem Herrgott rang. Es war nicht so, dass ich mich gänzlich von ihm abwand, es war vielmehr ein Ringen und Hinterfragen.
Am Abend sass ich oftmals am Fenster, schaute zum Sternenhimmel hoch und sprach dieses Gedicht von Matthias Claudius:

 

Die Sternseherin Lise

Ich sehe oft um Mitternacht, wenn ich mein Werk getan.
Und niemand mehr im Hause wacht, die Stern am Himmel an.
Sie geh‘n da – hin und her zerstreut als Lämmer auf der Flur –
In Rudeln auch und aufgereiht – wie Perlen an der Schnur.
Und funkeln alle weit und breit – und funkeln rein und schön.
Ich seh die grosse Herrlichkeit und kann mich satt nicht sehn.
Dann saget unterm Himmelszelt mein Herz mir in der Brust:
Es gibt was Bessres in der Welt als all ihr Schmerz und Lust.
Ich werf mich auf mein Lager hin und liege lange wach,
und suche es in meinem Sinn und sehne mich darnach.

 

Von alldem bekam niemand was mit, meine Gedanken blieben geheim, und wer mich draussen antraf, sah eine sorglos wirkende Jugendliche. Entsprechend wenig Antrieb hatte ich zu überlegen, wie meine berufliche Zukunft aussehen sollte. Eines Tages entdeckte meine Schwester in der Zeitung ein Inserat für einen einjährigen Sprachaufenthalt in Frankreich nahe am Meer. Eine Klosterschule in der Normandie mit fast 400 Schülerinnen, einem Waisenhaus und einem Altersheim. Da mir nichts Besseres einfiel, lenkte ich ein und fuhr mit einem Dutzend anderen Schweizerinnen das erste Mal ins Ausland. Der Abschied von zuhause fiel mir nicht besonders schwer. Ich weiss noch, wie eine meiner acht Zimmerkameradinnen grosses Heimweh hatte. Wenn sie nachts weinte, schlich ich mich im Dunkeln manchmal zu ihr, um sie zu trösten. Wir konnten höchstens flüstern, sonst hätte uns die Schwester gehört.

Die Zeit in der Normandie stellte sich als Glücksfall heraus, weil soeur Heidi mich auswählte, um das ganze Jahr in der Küche zu arbeiten. Wenn sie sagte, ich solle im Vorratskeller die Bohnen holen, ich diese aber nicht fand und mit leeren Händen zurückkehrte, war sie mir nicht böse. Oder wenn mir die Mayonnaise misslang, tröstete sie mich und meinte, ich solle es nochmals versuchen. Für bevorstehende Feste konnte ich abends mit ihr zusammen wunderschöne Torten kreieren – beispielsweise mit einer Weltkarte verziert, wo überall dort ein Fähnlein eingesteckt wurde, wo das Kloster eine Niederlassung hatte. Es kam vor, dass soeur Heidi mich anschliessend in der Dunkelheit über das weitläufige Gelände bis zum Schlafsaal begleitete und wir unterwegs den Sternenhimmel betrachteten. Wenn ich zwei Sterne nebeneinander entdeckte, stellte ich mir vor, dass ich der kleinere der beiden wäre und dem grösseren, der soeur Heidi, folgen würde. Die Schwester war mein Vorbild. Von ihr fühlte ich mich verstanden, ja sogar auf eine Weise geliebt, wie ich meinte, es nie erfahren zu haben.

Nach meiner Rückkehr von der Normandie begann ich das Lehrerseminar und lebte drei Jahre bei meiner ältesten Schwester und ein Jahr bei meiner zweitältesten Schwester. Die Zahl der leeren Zimmer in Mamas Haus nahm zu, bald wohnte bei ihr nur noch die Schwester, die drei Jahre älter war als ich. Als diese heiratete, war für mich klar, dass ich die Verantwortung hatte, zurückzukehren, auch wenn ich keine Lust hatte und obwohl mir niemand gesagt hatte, ich müsse das tun. Wir wussten immer, dass wir Mama nicht alleine lassen durften.

Das erste Jahr war schwierig, im zweiten Jahr unterrichtete ich eine Klasse mit herzigen Erst- und Zweitklässlern. Ich gewann Freude am Unterrichten, setzte zugleich grosse Hoffnungen in die Beziehung zu meinem Freund. Wir redeten von Heiraten und Kindern, bis er, als ich Mitte zwanzig war, im Militär mit dem Jeep einen schweren Unfall hatte. Mit schweren Kopfverletzungen lag er im Koma. Jeden Tag fuhr ich zu ihm ins Krankenhaus und glaubte daran, dass er bald erwachen würde. Nach sechs Wochen war es so weit – ganz langsam gelang es ihm, seine Grundfähigkeiten, zu essen, zu gehen, zu sprechen wieder zurückzuerlangen. Doch er hatte alle gemeinsamen Erfahrungen vergessen und wusste nicht mehr, dass ich seine Freundin war. So wurde mir bewusst, wie sehr eine Beziehung von gemeinsamen Erfahrungen lebt. Und diese hatte er alle vergessen, unsere Bindung war verlorengegangen. Nach einem Jahr, in dem ich die Hoffnung nicht aufgegeben hatte, war mir klar, dass wir keine Liebesbeziehung mehr fortführen konnten.

Mit dem Wunsch, wenigstens für ein Jahr weit weg zu sein, schrieb ich soeur Heidi, mit der ich über die Jahre Briefkontakt gehalten hatte. Mittlerweile führte sie mit anderen Schwestern zwei Schulen für junge Mädchen auf einer Missionsstation im Kongo. Mein schlechtes Gewissen, Mama allein zu lassen, fingen wir ab, indem regelmässig Enkelkinder bei ihr übernachten würden. So nahm ich ein Jahr Urlaub, packte meine Koffer und unterrichtete an zwei Schulen in einem fernen Land, dessen Menschen Balsam für meine Wunden waren.«

 

Kapitel 3 – Übergänge


»Ich habe mir überlegt, welche Erinnerungen meine schönsten sind, und kam zum Schluss, dass ich mich meist am glücklichsten fühlte, wenn ich ein Kind auf dem Arm trug, auch wenn es nie ein eigenes war. In der Zeit, als mein damaliger Freund im Krankenhaus lag, war eine meiner Nichten wochenlang bei uns in den Ferien. Einmal setzte sie sich auf meinen Schoss, lehnte sich still an mich an und tröstete mich ohne Worte. Es ist bloss ein Beispiel von vielen.

Als ich mit fast 30 nach Freiburg zog, spürte ich bald, wie sehr mir die Schulkinder fehlten. Wenn ich auf der Strasse Zeuge einer Schulreise wurde, weckte es die Sehnsucht in mir, bald wieder mit Kindern zu arbeiten.

Den Anstoss für meinen Umzug hatte eine meiner Freundinnen gegeben, die dort an der Uni studierte und mich in eine Psycho-Vorlesung mitgenommen hatte. Dabei hatte ich den tiefen Wunsch, wieder etwas lernen zu wollen und ein Studium zu beginnen. Ich entschied mich für Theologie. Die Schuldgefühle, Mama durch den Wegzug den Halt genommen zu haben, hielt ich klein, aber der Kern, dass ich mitverantwortlich bin, wenn ihr etwas zustösst, blieb bestehen. Die Vorlesungen zu besuchen, gab mir neuen Fokus und die Freude, mich in meinem Glauben zu vertiefen. Gleichzeitig nährte es Zweifel, die ich früher hatte. Ein Dozent behandelte die Religionskritik nach Freud und Feuerbach, wonach Gott nur eine Projektion sei. Wir sehnen uns nach einem Gott, der Vater ist, also erfinden wir einen Gott, der Vater ist. Da mir für den Grossteil meines Lebens eine Vaterfigur gefehlt hat und ich diese im Herrgott gesucht habe, verlor ich den Boden unter den Füssen. Das blieb mir in Erinnerung, weil ich meiner Freundin, die mitverantwortlich für meinen Umzug nach Freiburg war, meine Zweifel schilderte. Sie nannte sich atheistisch, sagte aber überraschend:
›Weisst du was? Hilft dir der Glaube, dass Gott ein gütiger Vater ist?‹
Ich antwortete: ›Natürlich hilft er mir, er hat mir über die letzten Jahre geholfen.‹
›Dann glaub’s weiter. Ist doch egal, was Freud und Feuerbach sagen. Das Wichtigste ist, dass er dir hilft zu leben, oder etwa nicht?‹

Nach zwei Jahren Studium kam ein Kommilitone auf mich zu und meinte, er würde Freiburg verlassen. Ob ich nicht seine Stunden als Religionslehrerin im Buissonnets, einer heilpädagogischen Schule, übernehmen wolle. Ich wusste nicht, ob ich die Richtige dafür wäre, doch sagte zu, probehalber einer seiner Stunden beizuwohnen. Als kritische Lehrerin sah ich zu, wie der Student mit den Kindern eine Szene aus der Bibel nachstellte. Er hatte ein grosses Schiffchen gebaut, in das jedes der Kinder einmal reinsitzen musste, während der Student mit Tüchern Sturm spielte.
›Was soll das bringen?‹, dachte ich. Und dann setzte sich ein Mädchen hinein, Eliane hiess sie, die zwar nicht reden, aber Melodien richtig singen konnte.
Sie sang den Schlager ›Ein Schiff wird kommen und meinen Traum erfüllen‹, und da wurde mir klar, dass sie mehr verstanden hat, als ich vermutet hatte.
Rückblickend sage ich, dass sich Eliane damals in mein Herz gesungen hat.
Ein anderes, schwer autistisches Kind stand während der Stunde vor mich hin, schaute zu mir hoch und umarmte mich. Die Lehrerin sagte mir nach der Lektion, dieses Kind hätte noch nie eine fremde Person umarmt.
›Kommst du wieder?‹, fragten mich die Kinder beim Adieu-Sagen, und ich habe einfach Ja gesagt, ohne zu überlegen.

Bis ich im Buissonnets meine erste Stunde unterrichtete, dauerte es ein paar Monate, da Mama an ihrem 75. Geburtstag am Frühstückstisch einen Hirnschlag erlitt, als ich bei ihr in den Ferien war. Wir wussten, dass es für sie das Schlimmste war, gelähmt zu sein, noch dazu in einem Krankenhaus zu bleiben. Da ich Semesterferien hatte, bot ich an, Mama zuhause zu pflegen. Die Ärzte stimmten zu, denn mehr als das konnten damals auch sie nicht tun. Ich bin froh, konnte ich – zusammen mit meiner Schwester – Mama in ihrer letzten Lebensphase begleiten. Die Fähigkeit zu sprechen hatte sie leider verloren, doch auch ohne Worte hatten wir grosse Dankbarkeit füreinander und für all das Schöne, das wir gemeinsam erlebt hatten. Ohne Worte verziehen wir uns und versöhnten uns mit dem, was schwierig gewesen war. Viel Schmerz hatte es in ihrem Leben gegeben und auch ihre letzten Stunden waren schmerzhaft – ein Ringen mit dem Atem. Doch kurz nach dem letzten Atemzug strahlte ihr Gesicht einen tiefen Frieden aus, sodass ich zur Überzeugung gelangte, dass der Tod der Übergang in ein wunderschönes Leben sein muss. Vorher hatte ich mir gar nie Gedanken darüber gemacht.

Beim Aufräumen des Hauses stiess ich auf ein kleines Notizbuch, in dem Mama ein Erlebnis besonders genau beschrieben hatte. Ein Jahr vor ihrem Tod, als ich bereits ein Jahr in Freiburg lebte, holte ich sie mit dem Auto ab. Es war mein dreissigster Geburtstag, und wir hatten geplant, dass sie mich ein paar Tage in Freiburg besucht. Auf der Hinfahrt führte sie mich in ein Schmuckgeschäft, wo ich mir ein Geschenk aussuchen durfte; ein Goldkettchen mit einem Brillanten. In Freiburg angekommen, besuchten wir eine Theatervorstellung in einem Kellertheater, wo vor allem Studierende anwesend waren.
Wir sassen in der ersten Reihe. Mama schaute sich um und meinte mit ihrem trockenen Humor: ›Ja, hier bin ich wohl die älteste.‹
Als ich einige Freundinnen und Bekannte einlud, war Mama dabei, schlief auf dem Stuhl ein, wollte aber nicht ins Bett. Ich spürte, wie kostbar die gemeinsamen Stunden mit den jungen Menschen für sie waren. Beim Spaziergang am nächsten Morgen rief ein Studienkolleg vom Balkon herab, ob wir nicht zum Kaffee hochkommen wollten. Während dieser Tage sah Mama so zufrieden aus, ich kann mich nicht erinnern, wann ich sie das letzte Mal so erlebt hatte. Sie war grosszügig, wollte bei einer Einladung von meiner Freundin unbedingt das Fleisch mitbringen. Und als meine Freundin beim Dessert merkte, dass sie zu wenig Kaffeelöffel hatte, meinte Mama am nächsten Tag beim Einkauf: ›Lass uns doch noch ein paar Löffel für deine Freundin kaufen.‹
Rückblickend schätze ich diese Tage mit ihr, weil ich nicht mehr die kleine Tochter war, die zu gehorchen hatte, und die dieses oder jenes falsch machte, sondern von Mama als Frau auf Augenhöhe angesehen wurde. Nachdem ich mit meinem Umzug nach Freiburg mich von zuhause abgenabelt hatte, war es umso schöner zu erleben, wie nahe wir uns doch standen, jenseits von all dem Schweren. Wie zwei langjährige Freundinnen waren wir durch die Stadt gezogen und hatten vielleicht beide den Gedanken im Kopf, dass das hier glatt ein Neuanfang sein könnte.«

 

Epilog


Die nach dem Tod folgenden Monate und Jahre waren zeitweise die schwersten von Nellys Leben. Die Hauptursache lag weder in der emotionalen Belastung während der letzten Wochen am Bett ihrer Mutter noch in der Trauer danach. Lange hatte Nelly keine Erklärung dafür, doch heute weiss sie, dass sie bereits als Fünfjährige unbewusst die Schwere ihrer Mutter übernommen hatte, um ihr in ihrer Trauer beizustehen. Dadurch hatte sich das Bild verfestigt, dass das Leben grundsätzlich schwer sei. Und um diesem zu begegnen, hatte sie den rettenden Ausweg darin gesehen, ebendieses zu beenden, sollte die Last zu gross werden. Gleichzeitig mahnte sie sich, dass sie das ihrer Mutter zu ihren Lebzeiten nicht antun konnte.

Zwar hatte Nelly immer wieder Phasen voller Lebensfreude: Das Kloster; die erste grosse Liebe; das Lehrerseminar, wo sie die anderen mit ihrer Fröhlichkeit ansteckte; oder auch die ersten zwei Jahre in Freiburg. Doch die Dunkelheit kehrte regelmässig zurück. Eigentlich hätte der Tod ihrer Mutter den Ausweg nun einfacher und legitimer machen sollen, wäre da nicht Nellys eine Schwester gewesen, die sie anflehte, es nicht zu tun. So blieb Nelly gefangen in der Zwickmühle zwischen Verantwortung, Schuldgefühlen und dem damals einzig geglaubten Ausweg.
»Ich bin verurteilt zu leben«, lautete der Satz, der immer wieder in ihr auftauchte.

In dieser Zeit spielten die Kinder im Buissonnets eine entscheidende Rolle. Viele Male ging Nelly mit gedämpften Gefühlen in den Unterricht, gewillt, ihre Hoffnungslosigkeit zu überspielen, und kam nach den Stunden fröhlich singend die Gassen hinab. Doch nicht nur das. Wie sehr es Nelly glücklich machte, ein Kind auf dem Arm zu tragen, zeigte sich zwei Jahre später deutlich. Es ist eine der Erinnerungen, die ihr am nächsten sind:

Auf Anfrage der Schwestern reiste sie ein zweites Mal in den Kongo. Da die Mangelernährung in der Bevölkerung zugenommen hatte, hatten die Schwestern ein Ernährungszentrum aufgebaut, das jeden Mittag für über hundert Menschen Essen zubereitete. Jeden Morgen begab sich Nelly mit Lebensmitteln auf einen halbstündigen Fussmarsch zum Zentrum, stets begleitet von einer Gruppe Kindern, die beim Tragen der Säcke voller Erdnüsse, Reis und Sojabohnen halfen. Oftmals sangen sie gemeinsam, und im Zentrum angekommen, ging das weiter. Zwei einheimische Frauen kochten, und die, die auf das Essen warteten, schälten die Erdnüsse. Da sie wussten, wie sehr Nelly es liebt zu singen, stimmten sie Lieder an. Die Kinder trommelten voller Freude auf leeren Milchpulverbüchsen. Nelly beobachtete in dieser Zeit auch viel Elend, unter anderem eine Grossmutter, die mit einem neugeborenen Baby zehn Kilometer zu Fuss zurückgelegt hatte, um nach Milch zu bitten, da die Mutter des Babys verstorben war. Zwei Jahre später, als Nelly wiederum vor Ort war, dankte die Grossmutter Nelly, indem sie mit dem Mädchen vorbeikam und als Geschenk ein lebendes Huhn mitbrachte.

Eines Tages berichtete eine der Schwestern: »Du, Nelly, heute kam ein Junge betteln zu mir, er heisst Kasongo, und er ist seit Jahren nicht mehr gewachsen. Er ist etwa 10, aber noch ganz klein. Ich habe ihm gesagt, er solle morgen wiederkommen und dich ins Centre begleiten.«
Am nächsten Morgen stand vor dem Gartentor ein Junge, kaum grösser als ein Zweijähriger. Wegen seiner geschwollenen Füsse konnte er nur beschwerlich gehen.
»Darf ich dich tragen, damit wir schneller im Centre sind?«, fragte Nelly, und er sagte ja. Als sie ihn in die Arme nahm, wurde er ganz still und legte seinen Kopf an sie.
Von da an wartete Kasongo jeden Morgen vor dem Gartentor und rief Nellys Namen. Sie gab ihm Frühstück, trug ihn zum Zentrum, wo er ein Mittagessen bekam, und versuchte am Nachmittag, ihm Lesen und Schreiben beizubringen. Nach ein paar Tagen musste sie ihn nicht mehr tragen, da er selber wieder gehen und rennen konnte. Innert drei Monaten nahm er drei Kilogramm zu und wuchs um drei Zentimeter. Kasongo trommelte und sang für Nelly schöne Lieder. Die beiden bekamen einander so gerne, dass die Nachbarinnen sagten, Kasongo sei nun Nellys Sohn, denn seine Mutter lebte nicht mehr. So muss es sich anfühlen, ein eigenes Kind zu haben, dachte Nelly sich. Eine Erfahrung, die sie nie vergessen will.

Nach vier Monaten kehrte Nelly in die Schweiz zurück. Über die Jahrzehnte hinweg hat sie nie aufgehört mit Kindern zu singen, tanzen und musizieren. Im Ruhestand entdeckte sie das Harfespielen und besucht noch heute Kinder im Spital oder im Hospiz. Auf einer Traumleiter lässt sie die Kinder selbst die Saiten zupfen und erzählt, wie Augen aufleuchten.

Nellys Schwermut und Hoffnungslosigkeit nahmen über eine lange Zeit stetig ab. Hierbei hatte sie ein Schlüsselerlebnis, als sie Mitte 40 war und ihre Therapeutin sie fragte, ob sie ein Experiment mit ihr machen könne. Nelly stimmte zu.
»Gut, dann halte die Arme in die Höhe und springe.«
Nelly tat wie geheissen, sie sprang hoch, landete wieder auf den Füssen. Dann nochmals und nochmals, bis sie schwer zu atmen begann.
»Weiter, weiter«, sagte die Therapeutin energisch.
Nelly sprang, bis sie nicht mehr konnte und auf dem Boden zusammensackte. Dann ging die Therapeutin neben ihr in die Hocke und sagte liebevoll zu ihr: »Es ist in Ordnung, du darfst so lange hier liegenbleiben, wie du willst. Und wenn du dann Lust hast, aufzustehen, kannst du es gerne versuchen.«
Nach einigen Momenten versuchte Nelly hochzukommen, war aber noch zu schwach. Beim dritten Versuch, als sie fast wieder zurückfiel, sagte die Therapeutin: »Aber eines musst du wissen: Du kannst mich jederzeit um Unterstützung bitten.«
Nelly denkt, dass sie in diesem Moment die Entscheidung getroffen hat:
»Ja, ich will leben und mir in schwierigen Momenten Unterstützung holen.«

Das erinnert mich jetzt – am Ende dieser Geschichte – an den Spruch, den Nelly als Erwachsene auf dem Nachttisch ihrer Mutter hatte liegen sehen und den wir alle hin und wieder gebrauchen können:

Immer wenn du meinst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her,
dass du es noch einmal wieder zwingst
und von Sonnenschein und Freude singst,
leichter trägst des Alltags schwere Last
und wieder Kraft und Mut und Freude hast.